Rede in der Vollversammlung ÄK 3.5.2022

Am 3.5.2022 fand die konstituierende Vollversammlung der Wiener Ärztekammer statt. DDr. Christian Fiala von der Liste MFG kandidierte zum Ärztekammerpräsidenten. Der bisherige Ärztekammerpräsident Dr. Szekeres (SPÖ) verzichtete auf eine neuerliche Kandidatur. Als neuer Ärztekammerpräsident wurde dann leider nicht DDr. Fiala, sondern Dr. Steinhart (ÖVP) gewählt.

REDETEXT:

Geschätzte Kolleginnen und Kollegen!

Bevor ich meine Rede beginne möchte ich das Kammeramt ersuchen, wortwörtlich mitzuprotokollieren.

Außerdem möchte ich mich für die, die mich noch nicht kennen, kurz vorstellen: mein Name ist Edgar Hagenbichler, ich bin Allgemeinmediziner, Arbeitsmediziner und Psychotherapeut und war zuletzt in der Kammer als stellvertretender Referent für medizinisches Internet und Telematik bestellt mit dem Schwerpunkt freie open source Ordinationssoftware mit GNU Health. Im Gesundheitsministerium und im PRIKRAF habe ich mich fast zwanzig Jahre lang mit medizinischer Datenqualität befasst. Ich bin allen medizinischen Behandlungsverfahren gegenüber aufgeschlossen, als Studierender hab ich bereits beim damaligen Doyen der Homöopathie, dem Professor Dorcsi, die homöopathische Anamnese belegt, die damals an der Uni gelehrt wurde. Bei der MFG – Liste Christian Fiala bin ich nun bei den Niedergelassenen Allgemeinmedizinern gewählt worden.

Es steht uns heute eine Fülle von Wahlgängen bevor. Diesmal werden wir aber, im Vergleich zu früher, viel aufmerksamer beobachtet von der Öffentlichkeit, von den Patienten und von allen Kolleginnen und Kollegen. Es geht nicht nur um die Wahl der Personen, diesmal geht es besonders auch um die Demokratie und die Zukunft der freien Medizin an sich. Die Regierungspolitik versucht, sich einzumischen wie nie zuvor. Die ärztliche Behandlungsfreiheit ist durch die Coronamaßnahmen und durch die Impfpflicht extrem eingeschränkt. Trotz Omikron werden wir alle ab 1. Juni wieder gezwungen, uns impfen zu lassen. Die sogenannte Aussetzung der Impfpflicht läuft Ende des Monats ab und es droht de facto wieder ein Berufsverbot, wenn Sie sich nicht ein erstes oder zweites Mal impfen lassen, falls Sie bis jetzt ungeimpft sind. Aber es droht auch ein Berufsverbot, falls Sie bereits zweimal geimpft oder geboostert sind, wenn Sie sich nicht ein drittes oder viertes Mal impfen lassen wollen. Bitte bedenken Sie das gut.

Die Ärztekammer versuchte und versucht, kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen. Schulärzte wurden angezeigt und entlassen. Anstatt dass die Kammer die mutigen Schulärzte, die sich für die Gesundheit und das Wohl unserer Kinder einsetzen, unterstützt hätte … Die Ganzheitsmedizin, die Komplementärmedizin, traditionelle und Naturheilmedizin und die integrative Medizin werden verunglimpft und bedroht. Disziplinarverfahren wurden und werden geführt, weil Kollegen ihre Patienten zu den wissenschaftlichen Daten der Krankheit und der Therapie aufklären. Anstatt dass der Ärztekammerpräsident gemeinsam mit allen Kolleginnen und Kollegen die beruflichen, sozialen und wirtschaftlichen Interessen ALLER Ärzte wahrnimmt und fördert. DAS wäre nämlich die Berufung der Kammer laut Ärztegesetz. Steht im Paragraf 66. Können Sie nachlesen.

Wir von der MFG sind evidenzbasierte Ärztinnen und Ärzte und wir sehen COVID-19 natürlich als eine neue Infektionskrankheit, die eine Herausforderung darstellt. Wir sind auch in vielen Bereichen Impfbefürworter. Als Arbeitsmediziner impfe ich mit Überzeugung meine Patienten laut Impfplan zum Beispiel gegen Tetanus, gegen Hepatitis B, auch gegen Influenza, natürlich nur nach gründlicher Aufklärung und nach Abwägung des Nutzens und des Risikos. Und wir sind für eine Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen.

Und daher bin ich nach gründlicher Evaluierung aller bio-psycho-sozialer Umstände gegen eine ImpfPFLICHT bei der Coronaimpfung! Ganz besonders seit der Omikronvariante, bei der glücklicherweise die Letalitätsrate noch deutlich geringer ist, als sie schon bei Alpha oder Delta war. Und natürlich bin ich daher gegen 1G in der Hausordnung der Ärztekammer.

Wir Arbeitsmediziner sind es gewohnt Nutzen-Risikoabwägungen vorzunehmen, sie kennen das unter dem Schlagwort Evaluierung. Im Jänner 2021 wurde auf ORF.at veröffentlicht, dass 7.000 Patienten an oder mit Corona gestorben wären. Davon gab es 3.000 Verstorbene in Pflegeheimen. Heuer wurde dazu auch mitgeteilt, dass diese 7.000 mit einem Durchschnittsalter von 82,8 Jahren verstorben waren. 2019 lag die Lebenserwartung bei 82,0 Jahren, 2020 bei 81,3 Jahren laut Eurostat. Coronaverstorbene in 2020 lagen also ÜBER der durchschnittlichen Lebenserwartung. Man könnte auch behaupten, es war ein gewisser Überlebensvorteil, an Corona erkrankt zu sein, wenn man von einer statistischen Gleichverteilung der Fälle über die Altersgruppen und nach Geschlecht ausgeht. Jedenfalls ist die behauptete große Gefährlichkeit aus diesen Daten nicht ablesbar.

Bitte wählen Sie daher Christian FIALA von der MFG zum neuen Ärztekammerpräsidenten!

Hiermit war die Redezeit von fünf Minuten, die in der Geschäftsordnung zugelassen ist, ausgeschöpft.

Bei mehr Zeit hätte ich noch Folgendes gesagt:

In dem selben ORF-Artikel stand dann auch: es gab 9.500 PCR-positive Fälle beim Pflegepersonal, das diese 3.000 Todesfälle betreut hat. Jetzt frage ich Sie: was denken Sie, wie viele Kolleginnen und Kollegen der Pflege sind daran verstorben? Von 9.500? Rechnen wir der Einfachheit halber mit 10.000 Erkrankten, 1 Prozent davon sind 100 Tote, 0,3 Prozent sind dreißig Tote. Krankheiten wie Gelbfieber oder Pocken hatten ca. 15-30 % Letalitätsrate. Also von 10.000 Infizierten z.B. 3.000 Tote. Tollwut hat 100 % Letalitätsrate, wenn man nicht geimpft ist, also 10.000 Tote von 10.000 Erkrankten.

Also: wieviele der 10.000 Erkrankten im Jahr 2020, ohne Impfung, sind verstorben von diesen Pflegepersonen?

Im heutigen ORF-Dashboard stehen knapp 20.000 Tote gegenüber 4,2 Mio Erkrankungsfällen, das bedeutet ca. 0,5 %. Das ist aber inklusive Omikron-Fälle. 0,3 % bedeuten 30 Tote auf 10.000. Waren es dreißig Verstorbene? Oder zwanzig? Oder doch nur zehn? Ich will es Ihnen sagen: es waren genau Null! Null! Niemand dieser Pflegepersonen ist verstorben an Corona, obwohl PCR-positiv und ungeimpft, bei Alpha bis Delta, im Jahr 2020. Veröffentlicht auf ORF.at, ich gebe Ihnen gerne den Link. (https://oesterreich.orf.at/stories/3084595/) Polemisch könnte man sagen, es war ein Überlebensvorteil für diese Personengruppe, PCR-positiv getestet zu worden sein. Denn eigentlich würde man auch zumindest ein oder zwei Todesfälle wegen Unfällen oder plötzlichen schweren Erkrankungen erwarten. Aber das ist natürlich innerhalb der statistischen Schwankungsbreite.

Und dann kam der sogenannte game changer, also die Impfung. Ende Dezember wurde mit dem Impfen begonnen, aber richtig gestartet wurde Anfang Jänner 2021. Und Anfang Februar kam es bereits zum ersten schwersten Erkrankungsfall durch die Impfung, der im März zum Tod der Betroffenen führte. Eine 49-jährige Krankenschwester aus Zwettl. Unser Mitgefühl gilt ihrer Familie, ihren Freunden und den Arbeitskolleginnen und -kollegen. Und seither gab und gibt es eine Unzahl an Verdachtsmeldungen von schweren und schwersten Nebenwirkungen bis zum Tod in den offiziellen Datenbanken. Die Nebenwirkungen dieser Impfung, manche sagen auch gentherapeutisches Experiment dazu, müssen jedenfalls viel öffentlicher gemacht werden, das ist auch unsere Aufgabe als Ärzte. Auf unserer Homepage aerzte-nicht-kammer.at finden Sie bei den Links Informationen dazu. Und bei „Wer sind wir“ können Sie diese Rede bei mir nachlesen.

Vielen Dank!